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Breakdance - Burning Moves

 

Breakdance läßt sich am ehesten als eine akrobatische Tanzform verstehen, die zu Hip-Hop Musik, Electro-Funk und vor allem zu Break-Beats getanzt wird und viel Kraft verlangt.
Sein Bezugspunkt hat sich im Laufe der Zeit vom aufrechten Stand (top rocking) eher auf den Boden (floor rocking, godown oder drop) verlagert. Breakdance vereinigt Gegensätzliches wie Kampf und Tanz, Ritual und Spontaneität, choreographische Strenge und Improvisation, Körperbeherrschung und Bewegungsfluß. Als Ausdruck eines Lebensgefühls verstanden, offenbart er eine Fülle an gestalterischen Möglichkeiten, die in seiner vollendeten Form ein Höchstmass an Körper- und Bewegungsgefühl verlangen. Breakdance ist kreativ, individuell und vor allem von Intuition geleitet. Das Wichtigste ist, seinen eigenen Stil zu finden und eigene Kreationen und Bewegungskombinationen im Takt der Musik zu präsentieren. Je ausgefallener, schneller und perfekter die Moves von einem Breaker hintereinander ausgeführt werden können, desto besser.
Der Ausdruck „B-Boying“, eher bekannt als „Breaking“ oder „Breakdance“ stammt wahrscheinlich von dem afrikanischen Wort „Boioing“ ab, was „hüfpen, springen“ bedeutet und den besonderen Tanzstil der ersten B-Boys in der Bronx River area in New York City beschrieb.
„B-Boy / B-Girl“ ist die Bezeichnung für einen Tänzer / eine Tänzerin, welche die Stilrichtung des Breakdance beherrschen. Es ist eine Abkürzung von Break-Boy/Girl - manche benutzen den Begriff aber auch als Abkürzung für Bronx- oder Boogie-Boy oder Girl. Die korrekteste Bezeichnung scheint dennoch „Breaker“ zu sein, denn die Tänzer vollführten ihre akrobatischen Schritte und Bewegungsformen gerade während musikalischer Breaks (engl. Pause, Unterbruch, Stop), besonders treibender Percussions, die zu diesem Zweck meist noch von DJ’s verlängert wurden.

Der Kampf im Tanz
Breakdance unterscheidet sich im wesentlichen von den europäischen Tanzformen. Das Individuum steht trotz des Gruppenzusammenhalts der Crews im Mittelpunkt des Geschehens. Eine tänzerische Auseinandersetzung im Breakdance wird "Battle" oder "Fight" genannt. In der "Arena", eine kreisrunde durch Zuschauer begrenzte Fläche des Geschehens, befinden sich, wie in vielen bekannten Kampfsportarten, zwei Kontrahenten. Sie provozieren sich gegenseitig mit Sprüchen und Gesten. Der "Battle" oder "Fight" wird eröffnet, indem ein B-Boy/B-Girl das Zentrum der Tanzfläche betritt und zu tanzen beginnt. Ziel ist es, durch sein eigenes Können, durch technische Perfektion, Schnelligkeit, Geschmeidigkeit und Kreativität (kurz: den eigenen style) den Gegner herauszufordern. Das Berühren des anderen ist verboten, ansonsten ist alles erlaubt. Die "Breakdance Battle Strategy" lautet : Provoziere dein Gegenüber, bis er über seine Grenzen hinauswächst, dann zeigst du ihm, was du kannst! Man hält seine besten Moves und Powermoves zurück, und verwendet sie erst, wenn es darauf ankommt. Wir unterscheiden drei Formen von "Breakdance Battle": "One against One", "Crewbattle" und "Showbattle".

“Get on the Good Foot!” – Die Wurzeln des Breakdance
Breaking, früher eher bekannt als Rocking, entwickelte sich in den späten 60er Jahren zunächst in den Bronx in New York City unter dem Einfluß afroamerikanischer und lateinamerikanischer Immigranten. Zu Beginn tanzte man nur in aufrechter Stellung (top rocking), wobei Stil und Struktur der Bewegungen eine neue und eigenwillige Kombination und Weiterentwicklung der unterschiedlichsten Tanzrichtungen darstellte: Steptanz, Jitterbug, Salsa, Brooklyn uprocking, afrokubanische, afrikanische und indianische Tänze dienten als schier unerschöpfliche Quelle immer neuer Figuren. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Breakdance war mit Sicherheit James Brown, der mit seinen Hits „Popcorn“ und „Get on the Good Foot“, vor allem aber mit seinem energiegeladenen, fast akrobatischen Bühnentanz Inspiration für die tanzbegeisterten Massen war. Aber auch die Bewegungen der Roboter und die Illusion des Gleitens als faszinierende, zugleich aber beängstigende Zeichen einer immer weiter um sich greifenden Modernisierung fanden Eingang in den neuen Tanzstil.
Demzufolge versteht sich Breakdance vor allem in den Anfängen als Reaktion gesellschaftlich Außenstehender auf die fortlaufend technisierte und computergesteuerte Welt.

Nachdem Breakdance um 1977 an Popularität verloren hat, meldet er sich mit dem Erscheinen der Hip Hop Bewegung wieder zurück.
Die Hip Hop Bewegung hat ihre Wurzeln Ende der 70er Jahre in New York und Los Angeles. Die schwarzen Jugendlichen der Ghettos bemühten sich mit neuen, eigenständigen Kunstformen um Selbstbehauptung und Anerkennung und suchten nach Alternativen zu Strassenkämpfen und Bandenkriminalität. In Rapping, Graffiti, DJ-ing und Breakdance fanden (und finden sie immer noch!) neue Ausdrucksformen und einen neuen Rahmen, sich gegenseitig herauszufordern, sich zu messen und zu überbieten. Das Motto hieß nun: Kämpfe mit Kreativität, nicht mit Waffen!
Kaum erstaunlich also, daß sich viele Breaker gewisse Kampfbewegungen aus den Martial Art-Filmen der frühen 70er Jahre aneigneten und in ihren Tanzstil integrierten. Damit einher ging auch die Verlagerung des Bezugspunktes zum Boden (floor rocking) und die Entstehung der sogenannten freezes, mit denen ein Breaker gewöhnlich seine Reihe von Kombinationen beendet und sich gleichzeitig über seinen Gegner lustig macht, ihn herausfordert.
Die erste bekannte Breaking Crew nannte sich The Nigga Twins; sie galten neben anderen Gruppen wie zum Beispiel The Zulu Kings, The Bronx Boys, Rock Steady Crew und Crazy Commanders die wahren Pioniere des Breakdance.
In den 80er Jahre kamen viele neue Tanzbegeisterte hinzu und erweiterten mit spins und glides das ohnehin schon atemberaubende Spektrum der Bewegunsformen.
Die größten Rivalitäten bestanden zu dieser Zeit zwischen der Rock Steady Crew und den NCY Breakers sowie den Dynamic Rockers.
Gerade die frühen Battles dieser Gruppen sorgten für großes Aufsehen und selbst die Medien begannen, sich für diese Subkultur zu interessieren.
Sowohl in dem Kinofilm „Flashdance“ als auch dem Video-Clip zu Malcolm McLarens Song „Buffalo Gals“ wurde die Rock Steady Crew im Jahre 1983 gefeaturet – buchstäblich über Nacht wurde Breakdance weltweit bekannt und als neuer, faszinierender und spektakulärer Tanzstil gefeiert. Noch im selben Jahr erschien der Film „Wild Style“ und mit der gleichnamigen Promotion-Tour gelangte die Hip Hop-Kultur, Breaking, Rapping, Graffiti und DJ-ing schließlich auch nach Europa.
Breaking wurde zu einem immer größer werdenden Trend, der selbst in Werbung und TV-Shows Einzug hielt.
Offizielle Jams (Familientreffen) wurden ins Leben gerufen, auf welchen B-Boys / und Girls sowie sämtliche Künstler der Hip Hop-Szene ihr Können unter Beweis stellen und sich im Wettkampf miteinander messen konnten.

Und sie tanzen noch immer...
Nach 1987 wurde es ruhiger um den eigenwilligen Tanzstil. Doch wirklich ausgetanzt hat es sich bis heute nicht. Breakdance ist mittlerweile fester Bestandteil auf Bühnen des Theaters und des Modern Dance und in sämtlichen Discos der Welt. Nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa und Asien existieren vor allem in den Großstädten verschiedene Breakdance-Szenen, die mit Leidenschaft, Kreativität und großem Ehrgeiz „ihren“ Stil immer weiterentwickeln; und nach wie vor treffen sie sich auf Jams, um dort Inspiration, Anerkennung und jede Menge Spaß zu finden.


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